Warum ich bei Zusatzstoffen nicht mehr wegsehe

Über Farbstoffe, Marketingtricks, epigenetische Wirkung und die Entscheidung, nicht alles zu essen, was man kaufen kann

Neulich im Supermarkt ist mir eine quietschblaue Schlumpfeis-Verpackung ins Auge gesprungen.
Mein Impulse: „Diese Farbe kann hundertprozentig nicht natürlich sein!“

Ich habe viele Jahre im Marketing gearbeitet. Ich weiß, wie Farben wirken, wie Geschmack inszeniert wird, wie Vertrauen entsteht. Und ich weiß, dass diese Mechanismen längst nicht nur bei Süßigkeiten und Kindern greifen.
Bei Joghurt, Brotaufstrichen, Kuchen, Getränken, Fertiggerichten, Margarine, Wurstwaren und selbst im Ketchup sind Farben enthalten, die bei weitem nicht natürlich sind.
Überall dort, wo es schnell gehen soll. Bequem. Und für die Industrie günstig in der Herstellung.

Lange habe ich das hingenommen. Gekauft. Gegessen. Weggeschaut. Bis mir klar wurde, wie oft ich Entscheidungen über mein Essen bequem überlasse. Einfach aus Gewohnheit.
Und seit ich mich intensiv mit Epigenetik beschäftige, weiß ich auch, was diese Entscheidungen im Körper auslösen können.

Genau hier beginnt für mich dieses wichtige Thema. Beim Hinsehen und beim Erkennen.

Inhalt

unnatürliche Farbe Schlumpfeis Zusatzstoffe

Warum ich genauer hingeschaut habe

Die Auseinandersetzung mit Zusatzstoffen kam bei mir nicht aus heiterem Himmel.
Sie kam über meinen Körper. Über Signale, die ich lange als normal abgetan habe.

Magengrummeln, ein unangenehmes Bauchgefühl nach bestimmten Produkten, unruhiger Schlaf. Dazu ein Nervensystem, das schneller reagierte, als mir lieb war. Keine dramatischen Symptome, aber genug, um genauer hinzusehen.

Mit der Zeit habe ich begonnen, bewusster zu beobachten, was ich esse und wie ich mich danach fühle. Ich wollte mich in meinem Körper wieder wohler zu fühlen.

Und ich habe gemerkt, dass es mir deutlich besser geht, wenn stark verarbeitete, künstliche Produkte vom Speiseplan verschwinden. Leicht fiel mir das nicht, denn ich liebe Karamell-Schokolade und Windbeutel aus der Tiefkühltruhe. Jedoch zeigte sich schnell: weniger Farbstoffe, weniger Emulgatoren, weniger Reizbarkeit in meinem Darm.

Später kam mein fachlicher Blick dazu. Die Auseinandersetzung mit Epigenetik und mit der Frage, wie Umwelt und Ernährung unsere Gene steuern. Plötzlich ergaben viele meiner Beobachtungen ein vollständiges Bild. Vor allem im Zusammenspiel von Verdauung, Nervensystem und Schlaf.

Heute gehe ich anders durch den Supermarkt. Ich weiß ziemlich genau, welche Produkte ich im Regal stehen lasse und welche ich in den Korb lege. Bei neuen Dingen drehe ich die Packung um und schaue auf die Rückseite. Nicht aus Misstrauen, sondern aus Erfahrung.

Und ich möchte meinem Kind genau das mitgeben. Einen Umgang mit Lebensmitteln, bei denen Farbe kein Verkaufsargument ist. Neon hat auf vielleicht auf den Fingernägeln seine Berechtigung, aber nicht auf dem Teller.

Warum Zusatzstoffe doch eine Rolle spielen

Zusatzstoffe sind aus der heutigen Lebensmittelwelt und unserem Alltag kaum noch wegzudenken.  Sie erfüllen einen Zweck und sind für die Industrie effizient. Sie machen Lebensmittel haltbarer, günstiger, farbiger, geschmeidiger. Sie sorgen dafür, dass Produkte immer gleich schmecken, unabhängig von Saison, Rohstoffqualität oder Herkunft.

Doch je stärker Lebensmittel verarbeitet sind, desto weiter entfernen sie sich von dem, was unser Körper ursprünglich kennt. Die Konsequenz solcher Reize zeigt sich nicht immer sofort. Sie entfaltet sich häufig unterhalb klarer Warnsignale, schleichend, über Gewohnheit. Über das regelmäßige Konsumieren von Dingen, die nicht mehr aus Lebensmitteln bestehen, sondern synthetisch zusammengesetzten Produkten.

Das Entscheidende ist, dass einige Zusatzstoffe biologisch kritische Auswirkungen haben. Sie greifen in Prozesse ein, die unseren Körper täglich regulieren. Verdauung, Nervensystem, zellulären Regulationsmechanismen und das bleibt für unser Wohlbefinden nicht folgenlos.

Gleichzeitig sind sie Ausdruck unseres industriellen Lebensmittelsystems, das genau diese Auswirkungen in Kauf nimmt. Ein System, das auf Haltbarkeit, niedrige Produktionskosten und gleichbleibende Verfügbarkeit optimiert ist. Verpackungen, Versprechen und technische Lösungen übernehmen Entscheidungen, die früher automatisch beim Lebensmittel selbst lagen. Essen verliert an Natürlichkeit und wir das Gespür für Qualität und für die Frage, was Nahrung eigentlich leisten soll. Nicht nur satt machen, sondern versorgen. Nicht nur gut aussehen, sondern dem Körper guttun.

Zusatzstoffe spielen also eine Rolle. Ihre direkte Wirkung im Körper und die Selbstverständlichkeit, mit der sie Teil unseres Alltags geworden sind.

Was Zusatzstoffe im Körper bewirken

Zusatzstoffe verändern Lebensmittel. Und sie berühren biologische Systeme, die sensibel, komplex und auf Balance angewiesen sind. Besonders dann, wenn sie regelmäßig konsumiert werden.

neuronale Störung durch Zusatzstoffe

Neurobiologische Effekte: Wenn Reize das Nervensystem überfordern

Ein Beispiel dafür sind synthetische Farbstoffe. Sie können im Nervensystem Mikroglia aktivieren, also die residenten Immunzellen des Gehirns. Diese Zellen reagieren auf Reize aus der Umwelt. Werden sie dauerhaft oder wiederholt stimuliert, kann es zur Freisetzung entzündlicher Botenstoffe kommen.

Solche Prozesse stehen im Zusammenhang mit Veränderungen in der neuronalen Reifung und mit einer erhöhten Vulnerabilität empfindlicher Hirnareale. Besonders betroffen sind Regionen, die für Aufmerksamkeitssteuerung, Impulskontrolle und emotionale Regulation relevant sind. Entsprechende Mechanismen werden unter anderem im Kontext von ADHS-assoziierten Symptomen, Lernschwierigkeiten und kognitiven Entwicklungsauffälligkeiten diskutiert.

Nicht jeder reagiert gleich. Nicht jeder reagiert sofort. Das Nervensystem ist jedoch kein isoliertes System und reagiert auf das, womit es konfrontiert wird.

Neurotransmitter im Ungleichgewicht

Zusatzstoffe können das fein abgestimmte Zusammenspiel der Neurotransmitter beeinflussen. Betroffen sind unter anderem Serotonin und Dopamin, die eine zentrale Rolle für Stimmung, Motivation, Konzentration und Schlaf spielen.

Gleichzeitig zeigen sich Veränderungen im Glutamat-System. Glutamat steuert die neuronale Erregung und bestimmt, wie stark Nervenzellen aktiviert werden. Gerät dieses Gleichgewicht aus der Balance, bleibt das Nervensystem länger in einem Zustand erhöhter Aktivierung.

Im Alltag zeigt sich das deutlich. Gedanken springen schneller. Konzentration reißt ab. Reize werden schneller zu viel. Schlaf bringt weniger Erholung. Innere Unruhe bleibt bestehen. Emotionale Reaktionen fallen stärker aus oder wirken schwerer steuerbar. Der Organismus verliert an innerer Ruhe.

Oxidativer Stress und Zellbelastung

Viele Farbstoffe, Emulgatoren und Stabilisatoren fördern die Bildung reaktiver Sauerstoffspezies, sogenannter ROS. Diese aggressiven Moleküle können Zellmembranen, Nervenzellhüllen und mitochondriale Strukturen schädigen.

Der Körper ist in der Lage, solche Prozesse abzufangen. Er verfügt über gute Schutzmechanismen, antioxidative Systeme und Reparaturmechanismen. Kompensationsstrategien. Doch diese Anpassung hat ihren Preis.

Mit zunehmender Dauer und Häufigkeit solcher Reize sinkt die Flexibilität des Organismus. Zellen verlieren an Belastbarkeit und ihre Reparaturmechanismen geraten unter Druck.

Mitochondrien unter Dauerstress durch Zustzstoffe

Mitochondrien unter Dauerstress

Mitochondrien sind die Kraftwerke der Zellen. Sie stellen Energie bereit und regulieren zentrale Stoffwechselprozesse. Werden sie durch oxidative Belastung beeinträchtigt, sinkt die Energieverfügbarkeit auf Zellebene.

Das betrifft nicht nur Muskeln oder Leistungsfähigkeit. Auch Nervenzellen sind hoch energieabhängig. Ein chronischer Energiemangel auf zellulärer Ebene wirkt sich auf Konzentration, Regeneration, Stressverarbeitung und langfristig auf Alterungsprozesse aus.

Studien zeigen, dass bestimmte Zusatzstoffe mitochondriale Funktionen beeinträchtigen können. Damit rücken auch degenerative Prozesse und langfristige Krankheitsrisiken in den Fokus, einschließlich krebsrelevanter Mechanismen, bei denen Zellschädigung, Fehlregulation und oxidative Belastung eine Rolle spielen.

Epigenetische Perspektive

Aus epigenetischer Sicht kommt eine weitere Dimension hinzu. Umweltfaktoren und Ernährung gehören zu den stärksten Einflussgrößen dafür, wie Gene im Körper abgelesen werden. Zusatzstoffe sind Teil dieser Umwelt.

Sie wirken nicht isoliert, sondern im Zusammenspiel mit der Gesamternährung, der Häufigkeit des Konsums und der individuellen biologischen Ausgangslage. Auf diese Weise können sie epigenetische Prozesse beeinflussen, also langfristig mitbestimmen, welche genetischen Programme aktiviert oder gedimmt werden.

Besonders relevant ist dabei auch der transgenerationale Aspekt. Epigenetische Prägungen können unter bestimmten Bedingungen an nachfolgende Generationen weitergegeben werden. Das macht Zusatzstoffe nicht zu einem akuten Risiko, aber zu einem Faktor mit Langzeitwirkung.

Wenn du tiefer in das Thema Epigenetik einsteigen möchte, findest du hier eine verständliche Einführung.

Zwischen Belastung und Anpassung

Der Körper ist kein fragiles System, das bei jedem Kontakt mit Zusatzstoffen versagt.
Er ist anpassungsfähig, kann ausgleichen, puffern, reparieren. Genau das tut er jeden Tag.

Diese Fähigkeit zur Anpassung ist jedoch kein Freifahrtschein.
Sie funktioniert gut, solange Belastungen vereinzelt auftreten und Erholung möglich ist. Wird der Organismus jedoch dauerhaft mit problematischen Reizen konfrontiert, verändert sich das innere Milieu. Anpassung und Kompensation werden zur Dauerleistung. Dauerleistung bedeute für den Körper Stress und Stress fördert Krankheiten.

Das Problem liegt nicht im einzelnen Produkt, nicht im gelegentlichen Eis, nicht im Ausnahmefall. Es liegt in der Regelmäßigkeit, in der Summe und in der Selbstverständlichkeit, mit der Zusatzstoffe ein selbstverständlicher Teil unseres Alltags geworden sind.

Viele Menschen merken lange nichts, denn der Körper arbeitet ja erstmal weiter.
Doch unterschwellig sinkt die Widerstandsfähigkeit, Schlaf wird unregelmäßiger, Überspannungen werden schneller zu viel und die Regeneration braucht länger. Das Gleichgewicht verschiebt sich.

Kurz gesagt, Zusatzstoffe, wie Farbstoffe, Stabilisatoren und Emulgatoren sind nicht als alleinige Ursache zu sehen. Sie verstärken bestehende Disharmonien, destabilisieren Regulationssysteme und können Krankheitsverläufe begünstigen oder beschleunigen.

Darum lohnt es sich, hinzusehen und sich zu fragen, was wir unserem Körper regelmäßig zumuten.

Muss Nahrung immer bunter sein, immer süßer, immer intensiver?
Oder haben wir uns daran gewöhnt, Attraktivität mit Qualität zu verwechseln?
Welche Signale sendet uns der Körper nach bestimmten Lebensmitteln?

Wie fühlt sich Entspannung nach dem Essen im Körper an, wie Überreizung?

Wer beginnt, genauer hinzuschauen, übernimmt wieder Verantwortung.
Für das, was täglich gegessen wird, für das, was der Körper daraus macht. Für sich selbst.

Zusatzstoffe Darmprobleme
Zusatzstoffe Verdauung
Zusatzstoffe

Welche Zusatzstoffe kritisch sind

Nicht jeder Zusatzstoff ist automatisch problematisch.
Aber es gibt Stoffe, bei denen die Datenlage, die klinische Erfahrung und die Alltagsbeobachtung so eindeutig sind, dass Wegschauen keine gute Option mehr ist.

Besonders dann nicht, wenn es um Schwangere, Kinder, Menschen in Phasen starker hormoneller Umstellung oder mit chronischen Erkrankungen, in Zeiten anhaltender psychischer oder körperlicher Belastung, wenn Stress- und Entzündungssysteme dauerhaft aktiviert, geht.

1.) Synthetische Farbstoffe

Hochrelevant für Nervensystem, Verhalten und Entwicklung

Einige Farbstoffe stehen seit Jahren im Zusammenhang mit neurobiologischen Effekten. Sie können Mikroglia (residenten Immunzellen des zentralen Nervensystems) aktivieren, entzündliche Prozesse im Gehirn fördern und die Reizverarbeitung beeinflussen. Besonders sensibel reagieren kindliche Nervensysteme.

Kritisch sind unter anderem die Farbstoffe mit folgenden E-Nummern:

Diese Farbstoffe müssen in der EU nicht ohne Grund mit dem Hinweis versehen werden, dass sie Aktivität und Aufmerksamkeit bei Kindern beeinträchtigen können. Sie werden im Zusammenhang mit ADHS-assoziierten Symptomen, Impulsivität, Unruhe und Konzentrationsproblemen (E102, E110, E122, E124) diskutiert.

Auch stehen bestimmte Farbstoffe (z.B. E 150c Ammoniak-Zuckerkulör) im Verdacht, das Krebsrisiko zu erhöhen. Insbesondere dann, wenn sie regelmäßig über stark verarbeitete Lebensmittel aufgenommen werden.

Typische Produkte mit solchen Farbstoffe:

  • Süßigkeiten, Gummibärchen, Kaubonbons, Kaugummis
  • buntes Eis, Desserts, Kekse, Kuchen
  • Kinderjoghurts, Puddings
  • Frühstücksflocken
  • bunte Getränke, Limonaden, Sirupe, Cola, Bier
  • Nahrungsergänzungsmittel
  • Wurst & Käse


Wenn etwas knallblau, neonpink oder knallgelb ist, kauf vielleicht lieber eine natürliche Alternative.

Zusatzstoffe Farbstoffe

2.) Emulgatoren

Hochrelevant für Darmbarriere, Mikrobiom und indirekt das Nervensystem

Emulgatoren sorgen dafür, dass sich Fett und Wasser dauerhaft miteinander verbinden. Sie sorgen für cremige Texturen, gleichmäßige Konsistenz und lange Haltbarkeit Technisch vielleicht praktisch. Biologisch sehr problematisch.

Deutlich problematisch sind  unter anderem Emulgatoren mit folgenden E-Nummern:

Diese Stoffe können die Schutzfunktion der Darmbarriere beeinträchtigen und das Gleichgewicht der Darmflora verschieben. Da Darm und Nervensystem eng miteinander verbunden sind, wirken sich solche Veränderungen nicht nur auf die Verdauung aus, sondern auch auf Reizverarbeitung, Stimmung und Stressregulation.

Typische Produkte sind:

  • Fertiggerichte
  • Backwaren
  • Eiscreme
  • Aufstriche
  • Soßen, Dressings
  • vegane Ersatzprodukte

3.) Stabilisatoren

Relevant für Darm & Entgiftungs- und Immunprozesse

Stabilisatoren sorgen dafür, dass Lebensmittel ihre Konsistenz behalten. Sie verhindern das Absetzen, Verklumpen oder Trennen von Bestandteilen. Was technisch sinnvoll klingt, hat auf biologischer Ebene erhebliche Folgen.

Schau dir hier mögliche bedenkliche Stabilisatoren an:

Diese Stabilisatoren wirken direkt im Verdauungstrakt. Sie verändern die Viskosität des Darminhalts, beeinflussen die Schleimschicht der Darmwand und können bei empfindlichen Menschen zu Reizungen, Blähungen, Bauchschmerzen oder veränderter Stuhlstruktur führen.

Gerade bei regelmäßigem Konsum stehen einige Stabilisatoren im Zusammenhang mit:

  • erhöhter Darmpermeabilität
  • veränderter Kommunikation zwischen Darm und Nervensystem
  • stillen Entzündungsprozessen


Bei Kindern kann sich das indirekt auf Verarbeitung von Reizen, Schlaf und emotionale Regulation auswirken.

Typische Produkte:

  • Milchprodukte und pflanzliche Alternativen
  • Desserts, Puddings
  • Eiscreme
  • Soßen, Dressings
  • Fertigprodukte


Je „cremiger“ ein Produkt wirkt, desto genauer lohnt sich der Blick.

Zusatzstoffe
Zusatzstoffe
Zusatzstoffe

4.) Geschmacksverstärker und verwandte Stoffe

Relevant für Neurotransmitter und neuronale Erregung

Geschmacksverstärker wirken direkt auf das Nervensystem. Sie verstärken Reize, übergehen natürliche Sättigungsmechanismen und können das Glutamat-System (Teil des Gehirns, bei dem Glutamat als wichtigster erregender Neurotransmitter die Signalübertragung zwischen den Nervenzellen vermittelt) beeinflussen.

Bei empfindlichen Personen und besonders bei Kindern, kann es neben innerer Unruhe, Konzentrationsschwierigkeiten und Schlafstörungen auch zu Symptomen wie Kopfschmerzen, Schwindel, Hautreizungen oder Herzklopfen kommen („China-Restaurant-Syndrom“).

Die Geschmacksverstärker E626 – E629 können Beschwerden im Zusammenhang mit Gicht oder einem erhöhtem Harnsäurespiegel verschlimmern.

Kritische Geschmacksverstärker sind unter anderem:

Viele dieser Stoffe sind in Fertigprodukten, zum Beispiel Tütensuppen, Chips & Snacks, Würzmischungen, Fast Food und Süßigkeiten enthalten. Ihre übermäßige Aufnahme kann problematisch sein, auch wenn sie in geringen Mengen als vermeintlich unbedenklich gelten. 

Verschleiernde Bezeichnungen auf Zutatenlisten - wenn Zusatzstoffe sprachlich unsichtbar werden

Nicht alles, was harmlos klingt, ist harmlos gemeint. Das bedeutet, dass viele Zusatzstoffe heute nicht mehr unbedingt als E-Nummer, sondern in weicheren, unbedenklich klingenden Begriffen auftauchen. Das erschwert Entscheidungen, wenn man auf seine Gesundheit achten will.

Ich zeige dir hier einige Beispiele inklusive ihrer Übersetzung:

Diese Begriffe sind rechtlich zulässig, aber für Verbraucher schwer einzuordnen. Sie verschleiern, wie stark ein Produkt technisch verändert wurde und wie weit es sich vom ursprünglichen Lebensmittel entfernt hat.

Wichtig

In diesem Zusammenhang ist „natürlich“ kein geschützter Qualitätsbegriff. Er beschreibt lediglich die Herkunft eines Stoffes, nicht jedoch seinen Verarbeitungsgrad oder seine Wirkung im Körper. Ein Stoff kann natürlichen Ursprungs sein und dennoch stark konzentriert, chemisch verändert oder funktional optimiert eingesetzt werden.

Wie sich Zusatzstoffe im Alltag einschränken lassen

Erkenntnisse und Konsequenzen im Alltag dürfen Schritt für Schritt entstehen. Erst verstehen, dann verändern. Es beginnt in kleinen Momenten im Supermarkt, beim Kochen, beim Blick auf eine Zutatenliste.

Und ja, es gibt gute Alternativen. Echte Lebensmittelfarben wie Rote Bete, Heidelbeere, Kurkuma, Spinat oder Kakao bringen Farbe, ohne das Produkt zur Chemieshow zu machen.

Grundsätzlich gilt:
Je stärker ein Lebensmittel erklärt werden muss, desto weniger spricht es für sich.

Wenn du beginnst, kritische Zusatzstoffe zu erkennen, sehen manche Produkte plötzlich anders aus. Am Ende geht es um eine klare Entscheidung dir selbst und deiner Gesundheit gegenüber.

Schlussgedanken

Zusatzstoffe sind Ausdruck einer Entwicklung, in der Natürlichkeit schrittweise durch technische Perfektion ersetzt wurde. Intensivere Farben, längere Haltbarkeit, Riesenauswahl, mehr Äußeres, mehr Aufmerksamkeit und letztlich mehr Verkauf. Was ursprünglich aus einer natürlichen Umgebung kam, wurde optimiert, standardisiert und kalkulierbar gemacht. Weil es effizienter, profitabler ist. Besser steuerbar.

Erinnerst du dich noch daran, wie Lebensmittel früher ausgesehen haben. Äpfel mit kleinen Makeln. Milch mit einer Rahmschicht. Wurst ohne leuchtendes Rosa und mit begrenzter Haltbarkeit. Heute ist vieles optisch makellos. Doch diese Perfektion hat ihren Preis.

Wenn Eis künstlich blau leuchtet, weil es anziehen soll, wenn Lebensmittel stärker reizen als nähren, stellt sich eine grundsätzliche Frage: Worum geht es bei Nahrung eigentlich noch.

Ich verteufle nicht alles Künstliche. Ich will sensibilisieren zu erkennen, wie viel davon von uns stillschweigend akzeptiert wird und welche biologischen Folgen das langfristig für uns haben kann. Gerade aus epigenetischer Perspektive wird deutlich, dass das, womit wir unseren Körper regelmäßig konfrontieren, Spuren hinterlässt.

Wer beginnt hinzuschauen, erkennt Zusammenhänge. Und wer Zusammenhänge erkennt, trifft andere Entscheidungen. Für den eigenen Körper. Für die eigene Gesundheit. Und für das, was regelmäßig auf dem Teller landet.

Natürliche Zusatzstoffe Farbstoffe

Epigenetik zeigt, dass wir mehr Einfluss haben, als oft gedacht. Manchmal braucht es jemanden, der hilft, Ordnung in die vielen Informationen zu bringen.

Wenn du Unterstützung suchst, um deinen Körper besser zu verstehen oder konkrete Schritte abzuleiten, begleite ich dich gern.

Deine Kathleen Thiel

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